Volkstanz als Immaterielles Kulturerbe Deutschlands anerkannt. | |
Gestern hat mich eine sehr schöne Nachricht erreicht. Auf Antrag der Deutschen Gesellschaft für Volkstanz, bei der wir Mitglied sind, wurde Volkstanz als UNESCO - Kulturerbe anerkannt. Das darf uns sehr freuen. Dass gerade in unserem 50. Jubiläumsjahr, diese große Aufwertung unseres Hobbies und unserer Arbeit erfolgt, ist wunderbar. Es ist Bestätigung, es ist Motivation und Lohn für unser Bemühen diese schöne und wichtige Regionalkultur zu pflegen und zu erhalten. Volkstanz ist ein "verengender" Begriff. Bei uns im Haus der Volkskunst bzw. bei der Volkstanzgruppe Frommern gehört zum Volkstanz eine wunderbare traditionelle Musik. Gesang ebenso, seien es Tanzlieder, Lompalieder oder Schwäbische Weihnachtslieder. Nicht zu vergessen sind unsere schönen Trachten aus verschiedenen Epochen. Wir kümmern uns um regionale Bräuche (Mostprobe, 1. Mai, Kilbe) und um internationale Begegnungen. Nächstes Jahr ist es das 30. Volkstanzfestival Balingen das wir veranstalten. Unsere Bühnenprogramme oder Choreographien Schwäbisch 1 - 3 haben wir unzählige mal im In- und Ausland gezeigt und unsere Geschichte des Tanzes - ein 2 stündiges Programm - brachte es bisher auf 61 Aufführungen. Wir sind maßgeblich am Weltrekord im Bändertanzen beteiligt und im Staatstheater läuft das Erfolgsstück Das kalte Herz in der 3. Spielzeit und auch dort sind wir in 3 wichtigen Tanzszenen beteiligt.. Unser Schwerttanz und unsere Webertänze und unsere vielen Tanz CD's, Notenhefte und Bücher die gerne im ganzen Land verwendet werden sollen nicht vergessen werden. Unsere gute Kinder-, Schüler- und Jugendarbeit wurde schon öfters ausgezeichnet. Wir sind der größte Kulturverein der Stadt Balingen und nun können wir hoffen, dass uns die Stadt Balingen und die Stadtmütter und Väter ähnlich großzügig fördern wie z.B. bei Eigenproduktionen der Stadthalle, wo ganz locker jedesmal ca. 50.000.- EURO Abmangel sein durften. Es gibt weitere Beispiele aber dieses genügt wohl.....Last uns alle fröhlich, aber deutlich, unsere sehr berechtigten Forderungen in Sachen Förderung unserer Jugendkultuarbeit vorbringen. Nachfolgend nun die Begründung und Erklärung der Anerkennung: Die Volkstanzbewegung ist durch vielfältige Erscheinungsformen geprägt, die sich historisch auf die Vielstaatigkeit Deutschlands zurückführen lassen. Landestypische Musik, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und örtliche Bräuche prägten die jeweiligen Formen und Praktiken. Die Übermittlung der Tänze vollzog sich über Jahrhunderte mündlich und durch körperliche Nachahmung. Heute sind in Deutschland zahlreiche Tanzgruppen aktiv, die als eingetragene Vereine oder Interessengemeinschaften in der Regel in regionalen oder überregionalen Verbänden organisiert sind. Zusammenkünfte auf örtlichen Festen und Veranstaltungen bieten Gelegenheit für eine gemeinschaftliche tänzerische Betätigung von Aktiven und Interessierten. Der bedingungslose Zugang sowie der ausgeprägte soziale Effekt sind herausragende Charakteristika der Volkstanzbewegung. Generationenübergreifend tanzen Profis, Amateure und Anfänger aus allen Berufs- und Altersgruppen sowie sozialen Schichten gemeinsam. Seine Wirkung hat der Volkstanz als lebendige Praxis insbesondere durch die Gruppendynamik. Das Zusammentreffen und der Austausch der Volkstänzerinnen und Volkstänzer aus verschiedenen deutschen Regionen und aus anderen Ländern gehört ebenfalls zur Praxis. Die heute entstehenden Neuschöpfungen leben von der Integration neuer und multikultureller Elemente in Musikstil, Schritten und Choreografien. Das Volkstanzgut verändert sich so stetig weiter. | |
| Weitere Bilder (zum Vergrößern anklicken): | |
05.12.2015 | Manfred Stingel | Aktuelle Information | |